Minutenlange Provokation über Insel Vaindloo
Luftraumverletzung: Estland veröffentlicht Route russischer MiG-31-Jets
Die estnischen Verteidigungsstreitkräfte (EDF) haben am Samstag eine Karte veröffentlicht, die die Flugroute der drei russischen MiG-31-Kampfflugzeuge zeigt, die am Freitagmorgen den estnischen Luftraum verletzt haben.

Demnach flogen die Jets parallel zur Grenze von Ost nach West in Richtung Tallinn. Die Maschinen drangen ohne Genehmigung im Bereich der unbewohnten Insel Vaindloo in den Luftraum ein und blieben dort ganze zwölf Minuten.
Sie hatten keinen Flugplan eingereicht, die Transponder waren abgeschaltet. Italienische F-35 der Luftwaffe, stationiert in Ämari im Rahmen der NATO-Luftpolizeimission, reagierten sofort und eskortierten die Jets in Richtung Kaliningrad.
Der Vorfall folgt auf eine massive Drohnen-Intrusion in den polnischen Luftraum sowie kleinere Verletzungen über Polen und Rumänien in der vergangenen Woche. Estlands Premierminister Kristen Michal kündigte am Freitag an, dass die Regierung NATO-Konsultationen nach Artikel 4 beantragt habe.
Moskau setzt seine Serie gezielter Provokationen an der NATO-Ostflanke fort
In Estland war es bereits die vierte Luftraumverletzung durch russische Jets in diesem Jahr und zugleich die längste. Seit 2014 wurden mehr als 40 russische Luftraumverletzungen über Estland registriert, meist über der Region Vaindloo.
Damit setzt Moskau seine Serie gezielter Provokationen an der NATO-Ostflanke fort. Vaindloo ist eine winzige Insel im Finnischen Meerbusen, rund 25 Kilometer von der estnischen Küste entfernt. Obwohl unbewohnt, hat sie strategischen Wert, da die NATO hier ihre Radar- und Überwachungssysteme betreibt.
Seit Jahren wählen russische Militärflugzeuge diesen Bereich für Luftraumverletzungen, die meist nur Sekunden dauern. Der jüngste Vorfall von zwölf Minuten markiert eine neue Qualität und unterstreicht, wie intensiv Russland derzeit die Reaktionsfähigkeit der NATO testet.
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Die Luftraumgrenzen Estlands sind falsch dargestellt.