Legendäre Expedition von George Mallory

Tragödie am Mount Everest: Briefe von 1924 verschollenem Bergsteiger aufgetaucht

Mount Everst Expedition
Einer der gefundenen Briefe. (Foto: Sotheby’s)

Neu aufgetauchte Briefe des legendären britischen Bergsteigers George Mallory offenbaren seine letzten Gedanken vor seinem tödlichen Aufstieg am Mount Everest im Jahr 1924. Die historischen Dokumente wurden zusammen mit einer Eisaxt bei einer Auktion für hohe Summen versteigert.

In seinen Aufzeichnungen beschreibt George Mallory seine erste Begegnung mit dem höchsten Berg der Welt als „furchtbar gewaltig“. Er versuchte, seine Familie in den Schreiben zu beruhigen und versprach, jede erdenkliche Vorsicht walten zu lassen.

Mallory verschwand 1924 während der Expedition spurlos und sein Schicksal blieb jahrzehntelang ungeklärt. Erst 75 Jahre später wurde sein Leichnam in einer Höhe von etwa 8.230 Metern im ewigen Eis gefunden.

Ein privates Archiv in einer Kiste

Sein Großneffe Bill Newton Dunn berichtete, dass seine Ehefrau die Briefe in einer mit einer rosa Schleife gesicherten Schachtel gefunden hatte. Er bezeichnete den Fund als ein kostbares Familienarchiv, das nun als bedeutendes historisches Dokument der Nachwelt erhalten bleiben soll.

Die Sammlung umfasst fast 150 Briefe, die Mallory an seine Mutter schickte und die seinen gesamten Lebensweg dokumentieren. Darin finden sich Berichte aus seiner Internatszeit, dem Studium in Cambridge und seinen Erlebnissen als Soldat im Ersten Weltkrieg.

Besonders eindringlich ist eine Nachricht, in der er sich für den Wechsel von Tinte auf Bleistift entschuldigt. Er erklärte seiner Mutter, dass die Tinte in der extremen Kälte des Berges bereits zu gefrieren begonnen habe.

Der letzte Vorstoß zum Gipfel

Am 28. Mai 1924 schrieb er über den bevorstehenden finalen Aufstieg und nannte es ein großes Abenteuer mit einer nur geringen Erfolgschance. Wie die BBC berichtet, wurden die Briefe und Fotografien nun für umgerechnet etwa 58.000 Euro versteigert.

Zusätzlich zu den Schriftstücken wurde eine Eisaxt für umgerechnet etwa 46.000 Euro verkauft, die vermutlich Mallory gehörte. Das Werkzeug weist starke Gebrauchsspuren auf und stammt von derselben Schweizer Firma, die die Expedition ausstattete.

Gabriel Heaton vom Auktionshaus Sotheby’s zeigte sich von der bildhaften Sprache in Mallorys Texten zutiefst beeindruckt. Er betonte, dass der Bergsteiger den Sonnenaufgang auf den Gipfeln mit einer heute kaum noch vorstellbaren, primitiven Ausrüstung erlebte.

„Ich konnte anfangs noch schreiben und die erhabene Seite spüren; jetzt kann ich nur noch schweigen“, schrieb seine Witwe Ruth in einem der ebenfalls erhaltenen Briefe. Diese Dokumente verdeutlichen die menschliche Tragödie hinter der weltbekannten Pionierexpedition zum Gipfel des Mount Everest.

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