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300 Meter vor der Küste

England: Baggerfahrer aus Kent stieß in Steinbruch auf Schiffswrack aus dem 16. Jh.

Das ist definitiv nicht der Ort, an dem man ein versunkenes Schiff vermuten würde: In einem Steinbruch auf der Landzunge Dungeness in der englischen Grafschaft Kent ist ein Baggerfahrer völlig unerwartet auf ein Wrack aus dem 16. Jahrhundert gestoßen.

Fotos: Wessex Archaeology

Umgehend kontaktierte das verblüffte Steinbruch-Team im April 2022 den für archäologische Belange zuständigen Rat der Grafschaft. Dem Ruf des Rates folgend, sind seither Experten von Wessex Archaeology damit beschäftigt, den Fundort zu untersuchen.

Nach den bisherigen Analysen handelt es sich um die sehr seltenen Überreste eines Schiffes aus der elisabethanischen Zeit (1558 bis 1603). Zum Fundort lässt sich sagen, dass er etwa 300 Meter von der Küstenlinie entfernt liegt. Eine gewisse Nähe zur See ist also noch immer gegeben.

„Der Fund eines Schiffes aus dem späten 16. Jahrhundert, das im Sediment eines Steinbruchs konserviert wurde, ist absolut überraschend“, teilte Meeresarchäologin Andrea Hamel von Wessex Archaeology vor wenigen Tagen mit.

Der Fund habe das Potenzial, „uns viel über eine Zeit zu erzählen, aus der wir nur wenige erhaltene Zeugnisse des Schiffbaus haben“, sagte Hamel weiter. „Eine Zeit, die im Schiffbau und in der Seefahrt wie kaum eine andere für Wandel und Aufbruch stand.“ Sehr spannend.

Bau des Schiffs auf Zeitraum von 1558 bis 1580 datiert

Das auslaufende 16. Jahrhundert war bekanntermaßen eine Epoche, in der sich der Handel stark ausweitete – und in der der Ärmelkanal eine sehr wichtige Route für die europäische Atlantikküste darstellte.

Zwar konnte das Schiff bislang nicht identifiziert werden – und damit auch nicht seine Rolle in jener Zeit. Aber: Bislang ist es den Archäologen gelungen, mehr als 100 Holzstreben des Rumpfes zu bergen. Es handelt sich dabei um englische Eiche, die zwischen 1558 und 1580 verbaut wurde.

Auch zur Frage, wie ein Schiff in einen Steinbruch kommt, gibt es inzwischen eine plausible Theorie. Man nimmt an, dass es vor der Küste zerschellte und dann dort entsorgt wurde. Möglicherweise wurde es auch am Ende seiner Nutzungsdauer regulär ausrangiert.

„Die Überreste dieses Schiffes sind wirklich bedeutsam und helfen uns, nicht nur das Schiff selbst, sondern auch den Schiffbau und den Handel dieser dynamischen Zeit besser zu verstehen“, sagte Antony Firth, Leiter der Abteilung Marine Heritage Strategy bei Historic England.

Aktuelle Informationen und Hintergründe zur Erforschung des Schiffes wurden am 1. Januar 2023 in der bekannten BBC-Reihe „Digging for Britain“ ausgestrahlt.

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