In britischem Archiv

Anno 1776: Verschollene Originalkopie der US-Unabhängigkeitserklärung entdeckt

USA Unabhängigkeitserklärung
Kopie der US-Unabhängigkeitserklärung entdeckt. (Bild: The National Archives)

In den britischen Nationalarchiven in London wurde eine extrem seltene Kopie der US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung entdeckt. Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter stieß bei Katalogisierungsarbeiten in den Beständen der Royal Navy auf das historische Dokument aus dem Jahr 1776.

Der Freiwillige Michael Scurr machte die Entdeckung an einem gewöhnlichen Donnerstagmorgen im Mai während seiner Arbeit. Er öffnete einen Band mit Korrespondenzen der Royal Navy aus dem 18. Jahrhundert und erkannte sofort die berühmten Einleitungsworte.

Es handelt sich um einen sogenannten Exeter-Druck, von dem weltweit nur elf Exemplare existieren. Dieses spezielle Dokument ist das einzige bekannte Original dieses Drucktyps, das sich außerhalb der Vereinigten Staaten befindet.

Herkunft von einem Kaperschiff

Das Dokument wurde ursprünglich von dem amerikanischen Kaperschiff Dalton transportiert, bevor es im Dezember 1776 vor der spanischen Küste von den Briten abgefangen wurde. Während andere wichtige Papiere des Schiffes an das Admiralitätsgericht gingen, wurde die Unabhängigkeitserklärung lediglich als weiteres Dokument abgeheftet.

Über 250 Jahre lang blieb das Blatt Papier in den Marinearchiven unbemerkt und geriet vollständig in Vergessenheit. Graham Moore, ein Experte für Aufzeichnungen bei den National Archives, bezeichnete die Geschichte hinter dem Fund als erstaunlich.

Das Dokument wurde zwischen dem 16. und 19. Juli 1776 in Exeter, New Hampshire, gedruckt. Solche Einblattdrucke dienten damals dazu, die Nachricht von der Unabhängigkeit so schnell wie möglich unter der Bevölkerung zu verbreiten.

Einblicke in die Revolutionszeit

Der Kapitän der Dalton, Eleazer Johnson, erwarb das Exemplar vermutlich im Hafen von Portsmouth, bevor er in See stach. Wie der Guardian berichtet, war Johnson ein überzeugter Verfechter der amerikanischen Sache und riskierte für seine Überzeugungen sein Leben.

Amanda Bevan, Leiterin der Rechtsabteilung der Archive, stellt sich vor, wie der Kapitän die Erklärung seiner 120-köpfigen Besatzung auf Deck vorlas. Die Mannschaft bestand aus Seeleuten verschiedener Nationen, darunter auch ein freier schwarzer Mann namens Daniel Cottle.

Saul Nassé, der Direktor der National Archives, betonte die enorme Bedeutung des Fundes für die transatlantische Geschichte. Er erklärte, dass die lückenlose Herkunft von einer Druckerei in New Hampshire bis in die britischen Staatsarchive den Fund außergewöhnlich mache.

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