Wichtiger Fund in der Slowakei

1.800 Jahre alt: Römisches Militärlager mit vielen gefallenen Legionären entdeckt

Römerlager Slowakei
Zahlreiche gefallene Legionäre wurden gefunden. (Foto: MH Invest)

In der Nähe der Stadt Šurany im Südwesten der Slowakei haben Archäologen die Überreste eines römischen Militärlagers aus der Regierungszeit von Kaiser Mark Aurel freigelegt. Die Fundstätte wird mit den Markomannenkriegen in Verbindung gebracht, die zwischen 166 und 180 nach Christus stattfanden.

Das temporäre Marschlager wurde im Rahmen einer der bisher größten archäologischen Ausgrabungen des Landes dokumentiert. Forscher des Archäologischen Instituts der Slowakischen Akademie der Wissenschaften untersuchten dabei eine Fläche von insgesamt 150 Hektar im künftigen Industriepark Šurany.

Das Lager selbst erstreckt sich über rund 7,4 Hektar und stellt das erste identifizierte römische Militärlager in der Region Nitra dar. Dieser Fund schließt eine bedeutende Wissenslücke über die militärischen Aktivitäten Roms nördlich der Donau, die bisher nur spärlich belegt waren.

Einzigartige Architektur und Verteidigungsanlagen

Im Gegensatz zu den üblichen rechteckigen Grundrissen weist die Anlage in Šurany eine ungewöhnliche Form auf. Dennoch konnten die Experten typische Verteidigungsmerkmale wie Gräben, Wälle und insgesamt fünf Eingangstore nachweisen.

Besonders hervorzuheben ist der Fund einer sogenannten Clavicula, einem gebogenen Eingangsbereich zur Abwehr von Angreifern. Dies ist das erste Mal, dass ein solches Verteidigungselement auf slowakischem Boden entdeckt wurde.

Neben den baulichen Strukturen stießen die Teams auf eine große Anzahl menschlicher Überreste in Gruben und Brunnen. Erste Analysen deuten darauf hin, dass es sich bei vielen der Verstorbenen um gefallene römische Soldaten handelt.

Wertvolle Fundstücke und militärische Ausrüstung

Die Ausgrabungen brachten zahlreiche militärische Ausrüstungsgegenstände wie Lanzenspitzen, Pfeilspitzen und Fragmente von Schuppenpanzern ans Licht. Auch eiserne Schuhnägel von römischen Militärsandalen, den sogenannten Caligae, wurden in den Gräben geborgen.

Wie das Fachmagazin Archaeology News Online Magazine berichtet, fanden die Forscher zudem Alltagsgegenstände wie Würfel und Werkzeuge. Diese Funde geben einen detaillierten Einblick in das Leben und Sterben der Legionäre während der Feldzüge.

Ein internationales Team aus Spezialisten führt derzeit genetische und Isotopenanalysen an den Funden durch. Diese Untersuchungen sollen klären, warum wertvolle Ausrüstung bei den Toten zurückgelassen wurde und ob Krankheiten eine Rolle spielten.

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