Bebauungsplan vorgestellt
Mega-Projekt an Küste: Norwegen plant längste Schwimmbrücke der Welt

Die norwegische Straßenbaubehörde Statens vegvesen hat den offiziellen Bebauungsplan für die neue E39 zur öffentlichen Einsichtnahme vorgelegt. Das als „Hordfast“ bekannte Großprojekt soll die Fahrzeit an der Westküste um rund eine Stunde verkürzen und umfasst die längste Schwimmbrücke der Welt.
Das Infrastrukturprojekt erstreckt sich über eine Gesamtlänge von 55 Kilometern zwischen Ådland und Svegatjørn. Laut der Behörde handelt es sich um den umfangreichsten Bebauungsplan, den die Organisation jemals erstellt hat.
Revolution der Westküsten-Verbindung
Die geplante Strecke wird als vierstreifige Autobahn mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h konzipiert. Ziel ist es, mehrere bestehende Fährverbindungen, darunter die Strecke Halhjem-Sandvikvåg, dauerhaft durch eine feste Landverbindung zu ersetzen.
Das Herzstück der Planung bildet die Überquerung des Bjørnafjords mit einer kombinierten Schwimm- und Schrägseilbrücke. Mit einer Länge von rund 5,5 Kilometern würde dieses Bauwerk nicht nur die längste Brücke Norwegens, sondern auch die längste Schwimmbrücke weltweit werden.
Technische Details und Umweltaspekte
Neben der monumentalen Brücke sieht der Plan den Bau von fünf großen Anschlussstellen und insgesamt fünf bedeutenden Brückenbauwerken vor. Zusätzlich sollen zwischen fünf und sieben neue Tunnel sowie rund 32 Kilometer offene Straßenführung entstehen.
Projektleiter Henry Damman betont, dass der Plan weit über reine Ingenieurskunst hinausgeht und eine komplexe Verkehrsader darstellt. Die Linienführung wurde mehrfach angepasst, um die Kosten zu senken und Eingriffe in wertvolle Naturräume zu minimieren.
Wirtschaftlichkeit und Zeitplan
Die Gesamtkosten für das Bauvorhaben werden auf umgerechnet etwa 4,6 Milliarden Euro geschätzt. Wie Statens vegvesen berichtet, gilt das Projekt trotz der hohen Investitionssumme als eines der rentabelsten Verkehrsvorhaben des Landes.
„Dies ist die längste zusammenhängende Straßenstrecke in Norwegen, für die wir einen Bebauungsplan erstellt haben“, erklärt Henry Damman in der offiziellen Mitteilung. Aktuell befindet sich das Vorhaben in der Phase der öffentlichen Anhörung, die bis zum 1. Oktober andauert.
Schutz seltener Ökosysteme
Besonderes Augenmerk liegt auf dem Schutz einer seltenen und auf der Roten Liste stehenden Waldart in der Region. Die Planer haben die Trasse so optimiert, dass besonders wertvolle Gebiete umgangen werden, um die ökologischen Auswirkungen zu begrenzen.
Obwohl das Projekt im aktuellen nationalen Transportplan noch nicht für eine sofortige Umsetzung vorgesehen ist, dient der nun fertige Plan als entscheidende Entscheidungsgrundlage. Die Bürger in Bjørnafjorden, Tysnes und Stord sind eingeladen, sich im Spätsommer bei Informationsveranstaltungen über die Details zu informieren.
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