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Die Mentalität und kulturelle Eigenheiten der Esten

12 Dinge über Estland, die ein Reisender wissen sollte

Bei aller kultureller Verwandtschaft zwischenden Esten und Deutschen, gibt es doch einige Unterschiede, die ein unerfahrener Estland-Reisender wissen sollte. Wir haben 12 Dinge zusammengestellt, die uns aufgefallen sind, und über die wir bei unseren ersten Estlandreisen auch gerne Bescheid gewusst hätten. Die Liste ist keineswegs vollständig, Ausnahmen bestätigen die Regel, Ergänzungen sind in den Kommentaren sehr willkommen.

Estland Kultur
Bischofsburg in Kuressaare. Im schwarzen Zelt finden die jährlichen Operntage statt. Esten sind begeistert von Kunst und Kultur, die Saaremaa Ooperipäevad sind Monate im Voraus ausverkauft. (Foto Nordisch.info)

  1. In vielen Cafés ist Selbstbestellung üblich. Man bestellt an der Theke, und das Bestellte wird zum Tisch gebracht (Bedienung ist lediglich in Restaurants selbstverständlich). Manche Touristen sitzen daher bis zum Ladenschluss hungernd am Tisch – weil sich im Umkehrschluss niemand dazu veranlasst sieht, die Wartenden über den Brauch der Bestellung aufzuklären. Wie es soweit kommen kann, klärt Punkt 2.

  2. Die Esten gelten als freundlich, aber zurückhaltend gegenüber Fremden. Zurückhaltung ist ein Hohes Gut in Estland. Es müsste viel passieren, bis der Este unaufgefordert, ihm unbekannte Personen anspricht.

  3. Mit Blumen liegen Sie immer richtig. Lädt Sie ein Este zu einem kleinen oder großen Fest ein, bringen Sie stets Blumen für die Dame des Hauses mit. Meiden Sie dabei jedoch rote Nelken. Denn so schön diese auch sein mögen, sie wecken gerade bei älteren Esten ungute Erinnerungen an die Beerdigungen ehemaliger sozialistischer Parteiführer.

  4. Schuhe ausziehen. Es ist in Estland üblich, im Haus die Schuhe auszuziehen. Sie zeigen dadurch Respekt gegenüber den Gastgebern des Hauses, die sich Tag für Tag abmühen, alles sauber und ordentlich zu halten. Das Wohnzimmer in Straßenschuhen zu betreten, käme einem groben Foul gleich – durch Nichtwissen quasi nicht zu entschuldigen.

  5. Supermärkte sind an jedem einzelnen Tag des Jahres geöffnet, sogar an Weihnachten. Daher gibt es keine plausible Entschuldigung dafür, bei einem Familienfest – Punkt 3 – ohne einen Strauß Blumen aufzutauchen.

  6. Bloß nicht umarmen, und erst recht kein Modeküsschen links und rechts. Lassen Sie es einfach bleiben. Man kennt in Estland den Händedruck, das muss reichen. Und auch dieser wird nur sparsam eingesetzt. Nochmals: Umarmen Sie einen Esten auf keinen Fall, es sei denn man ist sich so sympathisch, dass ein Este/eine Estin Sie umarmt.

  7. Der Stadt-Bus hält in Estland grundsätzlich an jeder Haltestelle. Man muss nicht extra danach klingeln. – Mit Überlandbussen kommt man in Estland überallhin, egal wie klein die Ortschaft auch sei.

  8. In Estland gibt es mehr kostenlose WLAN-Verbindungen als anderswo in Europa. Darum gibt es keine Internetcafés. Oder anders ausgedrück: Jedes Café ist ein Internetcafé.

  9. Die Sommerferien der Schüler dauern in Estland satte 3 Monate. Für gewöhnlich beginnen sie um den 1. Juni und enden um den 1. September.

  10. In Estland existiert das sogenannte Jedermannsrecht (igamehe õigus). Es sichert einem zu, sich in der Natur frei bewegen zu können. Man darf keinem Menschen den Zutritt zur Küste, zum Wald oder zu Seen und Flüssen verwehren.

  11. Wild campen ist in Estland erlaubt. Auf einer privaten Wiese haben Camper Anspruch auf eine Übernachtung. Höflich den Besitzer fragen, wenn man die Möglichkeit dazu hat, ist ein Gebot.

  12. Die estnische Sprache kennt kein Geschlecht und hat keine Zukunft – jedenfalls grammatikalisch gesehen. Immer schön im Hier und Jetzt, der Este, und manchmal in der Vergangenheit.

Zugabe von unseren Lesern

12 a) Die Esten grüßen keine fremden Menschen. Weder in einem Wald, noch auf dem Dorfweg oder im Treppenhaus. Man grüßt nicht mal die Nachbarn. Oder Fremde auf einer Party. Du denkst, Du wirst vom Gastgeber den anderen Gästen vorgestellt? Fehlanzeige! (Katrin)

ap

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