Versehen auf Facebook

Rettungsverein lädt zu BDSM-Party ein

| 23.08.2018 - 20:28 Uhr

Es war ein hektischer Tag für Magnús Örn Hákonarson als er noch schnell eine Einladung zu einer großen BDSM-Party auf Facebook postete. Was er dabei nicht bemerkte, war, dass er es nicht mit seinem privaten Account tat. Stattdessen rief er zur Teilnahme an dieser besonderen Veranstaltung auf dem offiziellen Account des Kópavogur Rettungsvereins, dem er angehört, auf.

Einladung zu BDSM-Party Island

Vorführung mehrerer Shibari-Bondages auf der aus der Lederbewegung hervorgegangenen Folsom Street Fair 2003, San Francisco. (CC BY-SA 3.0)


So staunten die Facebookfans des Vereins aus Islands zweitgrößter Stadt nicht schlecht, als hier plötzlich von einem ganz anderen Einsatz als üblich die Rede war. Wer Mitglied in der isländischen BDSM-Gesellschaft sei, müsse nur 1.000 Isländische Kronen zahlen, Nichtmitglieder 3.000 ISK. Darüber hinaus wurde gebeten, dass Teilnehmer in entsprechender Kleidung erscheinen.

Der Lapsus hat Hákonarson in der Folge nicht nur gute Ratschläge von Freunden eingebracht. Diese zogen ihn auf, er sollte wohl mal einen Facebookkurs besuchen. Auch auf der Facebookseite der Kópavogur Retter folgten viele amüsierte Reaktionen.

Aber Social Media wäre nicht Social Media, wenn es nicht auch verärgerte Stimmen gegeben hätte, die forderten, den Retter mit der pikanten Neigung aus dem Team zu werfen.

Der Vorstand des Rettungsvereins stellte sich deswegen öffentlich hinter sein Mitglied und teilte in der isländischen Zeitung Fréttablaðið mit: „Es gibt viele Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Interessen innerhalb der Freiwilligengruppe. Die Menschen beschäftigen sich mit allen möglichen Sportarten und Hobbys, und der Vorstand des Rettungsteams wird zwischen den Interessen keine Unterschiede machen, solange sie legal sind.“

Die HSSK ist eine Organisation frewilliger Rettungskräfte in Kópavogur bei Reykjavik. Die ehrenamtlichen Retter werden dort ausgebildet, um Menschen oder wertvolle Güter aus Gefahrensituationen zu retten. Die Mitglieder können dafür jederzeit von ihren täglichen Aufgaben abberufen werden. Sie helfen bei der medizinischen Erstversorgung, bei Bergrettungen, der Suche nach vermissten Personen und vielem mehr.

Trainiert für solch harte Einsätze, verwundert es nicht, dass auch Hákonarson selbst gelassen blieb. Er gab gegenüber der isländischen Online-Zeitung Vísir an, dass doch jeder schonmal eine Nachricht an den falschen Adressaten gesendet habe. Auf Facebook selber wolle er nun vorsichtiger sein. Nicht, dass er etwas ähnliches eines Tages seiner Mutter oder Großmutter schicke.

Helena

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