Passagierzahlen stark gestiegen

Kostenlos Bus fahren – Dänemark will Nahverkehr für Jugendliche gratis machen

ÖPNV Bus kostenlos fahren in Dänemark
ÖPNV in Kopenhagen. (Foto: AP / Nordisch.info)
Die dänische Regierung will den öffentlichen Nahverkehr für Kinder und Jugendliche bis 22 Jahre kostenlos machen. Dass das funktioniert, zeigt Fredericia – dort fahren alle seit dem vergangenen Sommer gratis Bus, wie der DR berichtet.

Erleichterung im Alltag

In einem Stadtbus in Fredericia sitzen Felina Baunbæk Lykke und Silas Overmark Løyche, beide 18 Jahre alt – ohne Fahrkarte, ohne Einchecken. „Es bedeutet wirklich viel, die Freiheit zu haben, das Geld für etwas anderes ausgeben zu können. Vor allem wenn man Studienförderung bekommt und nicht besonders viel zur Verfügung hat“, sagt Felina Baunbæk Lykke in einem Gespräch mit dem dänischen Rundfunk.

Für Silas Overmark Løyche hat der kostenlose Nahverkehr eine ganz konkrete Wirkung: Was er früher für Fahrkarten ausgeben musste, kann er jetzt zurücklegen. „Für mich war das eine große Erleichterung beim Sparen“, sagt er.

Passagierzahlen stark gestiegen

Bei der Vorstellung des neuen Koalitionsvertrags vergangene Woche erklärte Pelle Dragsted, parlamentarischer Sprecher der Einheitsliste, die Regelung solle landesweit kommen. Wann genau, ist noch offen – die Umsetzung muss noch verhandelt werden.

In Fredericia hat der Stadtrat dafür jährlich 8,7 Millionen Kronen im Haushalt eingeplant, rund 1,16 Millionen Euro. Die Fahrgastzahlen sind seither in einzelnen Monaten um bis zu 90 Prozent gestiegen, wie Zahlen des Verkehrsverbunds Sydtrafik zeigen.

Chancengleichheit als Argument

Der Dachverband der dänischen Jugendorganisationen begrüßt den Vorstoß. Mobilität sei eine echte Barriere für die Teilnahme junger Menschen an Vereinsleben, Ausbildung und Arbeit, sagt Vorsitzende Anneline Larsen – wer diese Hürde beseitige, schaffe gerechtere Chancen.

Die Teilhabe am Vereinsleben zu gleichen Bedingungen sei grundlegend für das Wohlbefinden junger Menschen und ihre demokratische Bildung, so Larsen.

„Junge Menschen suchen sich nicht die Familie aus, in die sie hineingeboren werden. Es ist wichtig, dass nicht die finanzielle Lage darüber entscheidet, ob man die Ausbildung wählen kann, von der man träumt“, sagt sie.

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