Universität Linköping

Skandinavische Forscher entwickeln essbaren Impfstoff gegen Gehirnentzündung

| 31.10.2017 - 11:56 Uhr

Ein skandinavisches Forscherteam ist dabei, einen Impfstoff gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zu entwicklen, den man oral einnehmen kann.

Impfung gegen Meningoenzephalitis

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch Zeckenbisse übertragen.


In Skandinavien wächst die Zahl derer, die an FSME erkranken. Es gibt derzeit kein Medikament gegen die durch Zeckenbisse übertragbare Frühsommer-Meningoenzephalitis, allerdings gibt es einen Impfstoff, der einen vor der Krankheit schützen kann.

Die Forscher hoffen, in den nächsten sechs Monaten mit Tierversuchen beginnen zu können.

„Wir sind noch im Erforschungsstadium. Es dauert noch, bis wir den Impfstoff an Menschen ausgeben können.“, sagte vergangenen Freitag Per-Eric Lindgren, Professor für Medizinische Mikrobiologie an der Universität Linköping, im Sveriges Radio.

Der neue schluckbare Impfstoff wird im Rahmen des sogenannten Scandtick Innovation-Projektes entwickelt. Forscher der drei skandinavischen Länder Dänemark, Norwegen und Schweden arbeiten drei Jahre lang gemeinsam an der Bekämpfung der durch Zecken verursachten Krankheiten an Mensch und Tier.

„Wir haben bessere und sicherere Diagnosemethoden für Borreliose entwickelt, nun arbeiten wir an dem essbaren Impfstoff gegen FSME.“, sagte Lindgren. – Dies sind die beiden häufigsten durch Zecken übertragbaren Krankheiten.

Der FSME-Virus befindet sich im Speichel der Zecken. Der Erreger wird gewöhnlich von Zecken aufgenommen, nachdem sie kleine Nagetiere gebissen haben. Das human- und zoopathogene Virus ist für Mensch und Tier hoch ansteckend. Es verursacht eine Gehirnentzündung. Die Symptome sind Fieber, starke Kopfschmerzen und in manchen Fällen Krämpfe.

Die meisten Menschen können sich nach einer Ansteckung wieder völlig erholen. Allerdings in bis zu einem Drittel der Fälle haben Patienten mit chronischen Problemen zu kämpfen, darunter Müdigkeit und Beeinträchtigung des Erinnerungsvermögens. Seltener sind Lähmungserscheinungen.

ap

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