Verbesserung der Lebensbedingungen von Haus-, Zirkus- und Pelzfarmtieren

Schwedische Regierung will Rechte von Katzen stärken

| 10.01.2018 - 15:00 Uhr

Tierhalter, die mit ihren Haustieren überfordert sind und diese aussetzen, sollen in Zukunft härter bestraft werden können, wenn es nach zwei schwedischen Ministern ginge.

Neues Tierschutzgesetz Schweden

(Foto von Peggy und Marco Lachmann-Anke)


Die neue Gesetzesvorlage von Sven-Erik Bucht, seines Zeichens Minister für ländliche Entwicklung, und der Vizepremierministerin, Isabella Lövin, soll das Tierschutzgesetz von 1988 aktualisieren.

In der überregionalen Tageszeitung Dagens Nyheter skizzieren sie einige Inhalte der neuen Gesetzesvorlage, die dem Rat am morgigen Donnerstag vorgelegt wird.

Das neue Gesetz würde das Aussetzen von Haustieren explizit untersagen und höher bestrafen als bisher.

Desweiteren enthält es den Vorschlag, dass Tierhalter nachweisen müssen, dass sie in der Lage sind, Tiere verantwortungsvoll zu halten. Ein anderer Passus geht auf die Rechte der Zirkustiere sowie der Nerze auf Pelzfarmen ein.

Das Ziel der neuen Vorlage ist es, „die Tiere besser zu schützen, ohne dabei die Wettbewerbsfähigkeit der schwedischen Tierzüchter zu gefährden.“

„Es gibt heute eine große Anzahl von Tieren, die von ihren Haltern völlig vernachlässigt werden. Wenn man das einfach weiterlaufen lässt, besteht die Gefahr, dass langfristig das Verständnis davon, was einen guten Tierhalter ausmacht, ausgehöhlt wird. Die Regierung schlägt daher ein ausdrückliches Verbot der Vernachlässigung von Tieren vor. Darüberhinaus stellt es klar, dass auch streunende Tiere dem Tierschutzgesetz unterstehen.“, sagten Isabella Lövin und Sven-Erik Bucht im DN.

Katzen

Im Haustierbereich werden die Katzen besonders hervorgehoben. Hunde unterliegen in Schweden, ähnlich wie in Deutschland, einer Meldepflicht. Daher stellt es weniger ein Problem dar, einen entlaufenen oder ausgesetzten Hund auf seinen Besitzer zurückzuführen. Bei Katzen sieht die Sache anders aus.

Schätzungen zufolge werden in Schweden jährlich 100.000 – 150.000 Katzen ausgesetzt oder verstoßen. Lövin und Bucht sagten, die Regierung werde prüfen, ob eine Registrierungspflicht für Katzen eingeführt werde.

Um Tiere, die nicht identifiziert werden können, werden sich die Kreisverwaltungen kümmern müssen. Desweiteren soll die Regierung eine Kommission ins Leben rufen, die für angemessene Strafen für Verbrechen gegen Tiere sorgt.

Pelzfarmen

Die Verbesserung der Lebensbedingungen von Nerzen sei ein vorrangiges Ziel der Regierung, so die beiden Minister im DN. Allerdings sei es Sache des Landwirtschaftsministeriums, zu bewerten, inwiefern es den Nerzen auf den Pelzfarmen wohlergehe oder nicht.

Fuchs- und Chinchilla-Farmen sind in dem skandinavischen Land verboten. Es werden jedoch jährlich etwa 1.000.000 Nerze für ihren Pelz geschlachtet. Tierschützer halten ein Verbot von Nerzfarmen für „längst überfällig“. Dahingehend äußerte sich Benny Andersson von der Tierrechtszorganisation „Djurens Rätt“ gegenüber dem Nachrichtenmagazin The Local Sweden.

Zirkustiere

Elefanten und Seelöwen werden nicht mehr im Zirkus auftreten dürfen. Die beiden Minister sähen keine praktische Möglichkeit dafür, wie die beiden Großtierarten in einem Zirkus artgerecht gehalten und präsentiert werden könnten. Daher werden diese Tiere explizit für den Zirkus verboten.

Benny Andersson von „Djurens Rätt“ begrüßte diesen Vorstoß, wies jedoch darauf hin, dass eine Liste erlaubter Tiere sinnvoller sei als eine Liste verbotener Tiere. Auf diese Weise würde man die Einfuhr exotischer Tiere ins Land vorbeugen.

Die neue Gesetztesvorlage basiert auf sieben Jahre alten Ergebnissen einer Untersuchung zur Lage der Tiere in Schweden. Die Aktualisierung des Tierschutzgesetzes ist alles andere als ein Schnellschuss.

ap

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