Wissenschaftlich erwiesene Wirksamkeit

Neues für Hobbygärtner: Urin-Gießkanne aus Schweden

| 26.10.2017 - 14:19 Uhr

Die Tiefen des Internets sind eine Goldgrube für Kurioses, die Sozialen Netzwerke fördern dort wahre Schätze zutage. Auf Twitter sind wir auf eine Erfindung aus Schweden aufmerksam geworden.

Guldkannan heißt die Gießkanne, die der Hobbygärtnerin zugleich ein Töpfchen ist, und helfen soll, ihren Urin als Pflanzendünger für den Garten zu nutzen. Auf dem Produktbild sieht man eine erwachsene Frau mit heruntergelassenen Hosen lächelnd auf ihrer Guldkannan sitzen.

Guldkannan - Gießkanne für Urin

Guldkannan – Gießkanne für Urin.


Die Gießkanne hat eine besonders große, herzförmige Öffnung, um den als „Goldwasser“ umschriebenen Urin darin zu sammeln und mit Wasser zu verdünnen. Gegen mögliche unangenehme Gerüche soll ein roter ebenfalls herzförmiger Deckel zur Pipigießkanne helfen. Auf den ersten Blick eine befremdliche Spinnerei.

Wer auf dem Land lebt, dem ist der Geruch von Gülle auf Feldern bekannt. Bauern nutzen oftmals bevorstehenden Regen, um den Naturdünger auf ihre Äcker auszubringen. Die folgenden Niederschläge sorgen dafür, dass der Dünger verdünnt wird und besser in den Boden eindringen kann. Bei passendem Tierbestand zur Ackerfläche, kann ein Landwirt so den Kreislauf aus angebautem Futter für das Vieh und verwendetem Tiermist als Düngemittel schließen. Ein Gedanke, der besonders bei kleinen Betrieben Anwendung findet.

Bereits 3100 v. Chr. haben Menschen nachweislich menschliche und tierische Exkremente zum Düngen ihrer Felder genutzt. Und auch heute ist unter Hobbygärtnern die Verwendung von Eigenurin als Düngemittel kein Geheimtipp mehr. Denn menschlicher Urin eignet sich hervorragend als Düngemittel. Er enthält Mineralien, Spurenelemente, Stickstoff, Phosphor, Kalium, Aminosäuren, Hormone und Vitamine. Alles, was Pflanzen zum Wachsen benötigen.

Selbst die Wissenschaft hat sich bereits mit dem Thema beschäftigt und die Vorzüge des Naturdüngers zu künstlichen Varianten untersucht.

Es ist damit auf den zweiten Blick nicht mehr ganz so verwunderlich, dass die schwedische Designerin Åsa Lövberg, Anhängerin des Menschenurindüngers in ihrem heimischen Garten, nach einer Lösung suchte, wie sie das Urinsammeln für ihre Pflanzen vereinfachen konnte.

Das Ergebnis ist die Gießkanne mit Pöttchenfunktion für stolze 69,99€. Diese soll das Düngen des eigenen Gartens unkomplizierter machen. Wie oft man jedoch bei diesem stolzen Preis selber ran muss, bis man die Kosten der Kanne im Vergleich zu Düngemittel aus dem Gartencenter wieder reingepieselt hat, konnten wir nicht auf Anhieb herausfinden. Die Erfindung existiert in Schweden bereits seit einigen Jahren, für die Gärtnerinnen im deutschsprachigen Teil Europas dürfte sie jedoch noch wenig bekannt sein.

Helena

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