Syrien-Konferenz in Brüssel

Norwegen hilft in der Syrien-Krise mit 253 Mio. Euro

| 5.04.2017 - 10:39 Uhr

„In diesem Jahr wird Norwegen mindestens 2,3 Mrd. Kronen (253 Mio. Euro) ausgeben, um in der Syrien-Krise zu helfen. Dabei fließt das Geld auch an die benachbarten Länder. Wir halten uns damit an die Vereinbarung auf der London Konferenz 2016, und leisten substantielle Unterstützung für die Zivilbevölkerung, die unter dem entsetzlichen Krieg leidet.“, sagte heute der norwegische Außenminister Børge Brende in einer Pressemitteilung der Regierung.

Børge Brende

Norwegens Außenminister Børge Brende (Bild twitter.com/borgebrende)

Norwegens Beitrag zum Frieden wird auf der heute in Brüssel stattfindenden Syrien-Konferenz offiziell verkündet. Norwegen ist einer der Vorsitzenden der Konferenz, neben der EU, UN, UK, Kuwait, Katar und Deutschland. Es werden mehr als 70 teilnehmende Länder erwartet, diverse UN-Organisationen und Nichtregierungsorganisationen.

„Die Syrien-Krise ist nun in ihrem siebten Jahr, es ist wichtig, dass die internationale Gemeinschaft ihren Fokus auf die katastrophalen Zustände dort behält. Die Unterstützung ist insbesondere wichtig für die Nachbarländer Syriens. Diese haben über fünf Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Der Krieg in Syrien setzt auch diese Gesellschaften unter Druck. Die internationale Gemeinschaft muss diese Länder ebenso unterstützen wie Syrien selbst.“, sagte Brende.

Letztes Jahr auf der Geldgeber-Konferenz in London, die auf Norwegens Initiative hin abgehalten wurde, hatte Norwegen verkündet, 10 Mrd. Kronen (1,1 Mrd. Euro) in vier Jahren aufzubringen. Ende dieses Jahres wird Norwegen bereits die Hälfte der Summe zur Verfügung gestellt haben. Das Land drängt andere Geldgeber dazu, noch mehr Geld in die Hand zu nehmen.

„Mindestens 15% der Hilfe aus Norwegen geht in Bildungsinitiativen. Bildung ist für die junge Generation Syriens ein entscheidender Faktor. Künftig werden wir auch den heimatvertriebenen Frauen und Mädchen Hilfe zukommen lassen. Wir werden unsere Bemühungen auf dem Gebiet der Gesundheit intensivieren.“, so Brende weiter.

Norwegen setzt auf die Langfristigkeit seiner Hilfe. Neben der humanitären Hilfeleistung, werden verschiedene Formen der Entwicklungshilfe angeboten.

„Es genügt nicht, dass die Leute geradeso überleben. Sie brauchen Hoffnung für die Zukunft, etwas, wofür es sich zu leben lohnt. Darum erhöhen wir unsere Unterstützung bei der Bomben- und Minenräumung. In vielen Gebieten kann die humanitäre Hilfe nicht aufgenommen werden, und die Bevölkerung dorthin nicht zurückkehren, – die Masse an Sprengstoff in der Erde muss erst aus dem Verkehr gezogen werden.“, sagte Brende.

Im Zusammenhang mit den Genfer Friedensgesprächen unterstützt Norwegen die Arbeit des UN-Sonderbeauftragten Staffan de Mistura politisach und finanziell. Norwegen ist Mitglied der Internationalen Allianz gegen den sog. Islamischen Staat, und leistet seinen Beitrag auf zivilem, sowie militärischem Wege. Ebenso unterstützt das Land den neu gebildeten UN-Ausschuss zur Aufklärung von Kriegsverbrechen in Syrien.

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