Neue Antirauchgesetze

Finnland soll bis 2030 rauchfrei werden

| 21.01.2017 - 20:54 Uhr

Finnland war in den vergangenen Jahren bereits Vorreiter, wenn es darum ging, Gesetze gegen das Rauchen zu erlassen. Bereits 1978 wurde Werbung für Produkte mit Nikotin verboten. Seit 1995 durfte am Arbeitsplatz nicht mehr geraucht werden. Und 2007 trat das Rauchverbot für Bars und Restaurants in Kraft.

Ab 2012 durften Nikotinprodukte nur noch unter der Ladentheke verkauft werden. Die einzigen Ausnahmen hiervon sind Rauchentwöhnungsprodukte wie Nikotinkaugummis und -pflaster.

Die finnische Regierung hatte sich zudem ein rauchfreies Finnland bis 2040 zum Ziel gesetzt. Wie der Business Insider Nordic berichtet, hat die neue Regierung nun 2030 zum Ziel erklärt.

Um dieses Ziel zu erreichen, treten ab diesem Jahr neue Gesetze in Kraft. Wohnungsbaugesellschaften können nun bei der Gemeinde eine Genehmigung für Rauchverbote einholen. Diese verbietet behördlich, dass auf dem Grundstück und auf Balkonen der Wohnungsbaugesellschaften geraucht werden darf. Zigaretten, die mit Menthol oder anderen Geschmacksrichtungen, wie Schwarze Johannisbeere, versetzt sind, sind nun verboten.

Und zuletzt sind die Gebühren, die pro Verkaufsort von Nikotinprodukten, zu zahlen sind, in die Höhe geschossen. Gemeinden ist es gestattet pro sogenanntem Point of Sale von Nikotinprodukten bis zu 500€ jährlich zu erheben.

Dies bedeutet zum Beispiel für einen S-Market Supermarkt in Espoo, einer Stadt nahe Helsinki mit über 270.000 Einwohnern, dass die Gebühren für den Nikotinverkauf von 215€ im Jahr 2016 auf nunmehr 4.000€ ansteigen. Diese Zahlen nannte Satu Kattilamäki, ein Manager beim Mutterkonzern HOK-Elanto, gegenüber der finnischen Zeitung Länsiväylä.

Da bei Supermärkten jede Kasse als „Point of Sale“ gezählt wird, trifft es diese ebenso hart, wie kleinere Läden. Tabakverkauf droht damit für viele ein Verlustgeschäft zu werden. Dort, wo Raucher nicht noch zusätzlich andere Produkte kaufen, könnte der Verkauf also gänzlich eingestellt werden.

Die Finnen haben durch ihre Antirauchgesetze in der Vergangenheit die historische Rauchquote von 60% auf 17% täglicher Nikotinkonsumenten drücken können. Ob sie durch die neuen Maßnahmen ihr ambitioniertes Ziel, Finnland rauchfrei zu machen, erreichen werden, oder den Nachbarländern zum Alkohol- nun auch noch ein Tabaktourismus beschert wird, bleibt abzuwarten.

 

Sylke Peters

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