Klimawandel als größte Bedrohung

Bestand der bedrohten Saimaa-Ringelrobbe erholt sich

| 6.02.2018 - 13:02 Uhr

Die Saimaa-Ringelrobbe, die nur im Süßwasser des Saimaa-Seensystems im östlichen Finnland lebt, ist stark vom Aussterben bedroht. Ihre gesamte Population wird derzeit auf 380 Individuen geschätzt.

Saimaa Ringelrobbe

Alte Fotografie einer Saimaa-Ringelrobbe (Scan aus dem Buch: Siivonen, Lauri (1956) Suuri nisäkäskirja, Otava.)


Dem gestrigen Bericht von Yle Uutiset zufolge, hat der Bestand der Ringelrobben-Unterart gute Chancen, sich nach diesem Winter etwas zu erholen. Der viele Schnee mit seinen Verwehungen biete die idealen Bedingungen für die Vermehrung der Robbe.

Das Nachrtichtenportal zitiert den Biologen Jouni Koskela, der sagt, dass im Idealfall im nächsten Frühjahr bis zu 90 Robbenbabys zu erwarten seien.

Das ist die höchste Zahl von Geburten seit Beginn der Zählung Anfang der 1980er Jahre.

Beschränkung der Fischerei erwies sich als hilfreich

Zusätzlich zu den positiven Umweltfaktoren erweist sich wohl die Beschränkung der Fischerei in Saimaa vor fünf Jahren. Die dadurch überlebenden Babys von damals haben nun selbst das fortpflanzungsfähige Alter erreicht, und tragen so zum Erhalt des Bestandes bei.

Wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischen komme, sollte die Population von Jahr zu Jahr größer werden, so der Biologe und Artenschützer.

Normalerweise bringe das Robbenweibchen nur ein Nachkommen pro Wurf zur Welt. Dies geschehe im Februar bis Anfang März. Dazu gräbt das Robbenweibchen eine Höhle in eine Schneewehe am Ufer des Sees. Daher ist eine Gewisse Schneemenge die Grundvoraussetzung für das Überleben der Art.

Klimawandel bedroht die Saimaa-Ringelrobbe

Die Klimaerwärmung bedroht die Ringelrobben-Population am Saimaa-See am stärksten. Wenn der Winter immer später einsetzt, mit immer weniger Schneefall und höheren Temperaturen, so wird die Süßwasser-Ringelrobbe nicht dauerhaft überleben können.

Längere Wärmeperioden würden selbst die von Naturschützern künstlich erstellten „Schneewehen“ zum Schmelzen bringen, so Jouni Koskela.

ap

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