Europäische Organisation für Kernforschung

Estland wird Vollmitglied des CERN

| 24.01.2018 - 16:45 Uhr

Genf. – Der estnische Premierminister, Jüri Ratas, besuchte heute die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) in Genf. Dabei kündigte er an, dass Estland sich der europäischen Forschungseinrichtung als Vollmitglied anschließen wird. Bislang hatte Estland lediglich eine Kooperationsvereinbarung mit dem CERN geschlossen.

Estland besucht CERN

Die estnische Delegation, angeführt vom Premierminister Jüri Ratas am CERN. (Genf 24.01.2018, Foto Riigikantselei)


In der heutigen Stellungnahme des Premierministers heißt es: „Die Europäische Organisation für Kernforschung ist ein wichtiger Partner für Estland, und zwar sowohl in der Forschung und Innovation als auch im Bereich der Wirtschaft. Damit unsere Wissenschaftler, Ingenieure und Unternehmer an den Möglichkeiten, die das CERN bietet, partizipieren können, müssen wir ein volles Mitglied der Forschungseinrichtung werden.“

„Indem wir dem CERN-Projekt beitreten, erlangen wir Zugang zu Infrastruktur und Technologie der Organisation, ebenso zum geistigen Eigentum, das dort entwickelt wird. Unsere Ingenieure werden im CERN Erfahrungen sammeln können, unsere Wissenschaftler werden nicht nur durch ihre Forschung zum CERN beitragen, sondern, sie werden auch teilhaben an der Verwaltung der Forschungsorganisation. Estnische Unternehmen bekommen die Möglichkeit, dem CERN ihre Waren und Dienstleistungen anzubieten.“, zählte Ratas die Vorteile weiter auf.

Der estnische Rat für Forschung und Entwicklung hatte die Möglichkeit des Beitritts bereits im März letzten Jahres diskutiert und für sinnvoll befunden. Die Mitgliedschaft im CERN ist daher bereits im Haushalt 2018-2021 mit 1,43 Mio. Euro budgetiert.

Bislang beteiligen sich 22 Länder am CERN. Die Einrichtung, in der physikalische Grundlagenforschung betrieben wird, ist die weltweit größte ihrer Art. Mit Hilfe großer Teilchenbeschleuniger wird dort der Aufbau von Materie erforscht. Ratas besuchte am heutigen Tag zusammen mit den Direktoren des CERN den ATLAS, einer der sieben Teilchendetektoren des Large Hadron Collider-Teilchenbeschleunigers (dt. Großer Hadronen-Speicherring).

ap

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