Eine neue Visitenkarte für Estlands Hauptstadt

Tallinn will seine mittelalterlichen Mauern zum Leuchten bringen

| 14.07.2017 - 13:53 Uhr

Tallinn, das bereits im 11. Jahrhundert ein estnischer Handelsplatz gewesen ist und der Sage nach auf dem Kreidefelsen liegt, den die Riesin Linda als Grabmal für ihren Geliebten Kalev aufgerichtet hat, wünscht sich eine neue Visitenkarte.

Mittelalterliche Türme in Tallinn

Die Altstadt Tallinns ist seit 1997 UNESCO Weltkulturerbe.


Bis zum 19. Juli 2017 sind alle Architekten, Elektroingenieure und Lichthersteller dazu aufgerufen, ein Beleuchtungskonzept für die Altstadt der Metropole einzureichen. Dabei soll das UNESCO Weltkulturerbe nicht nur an den mittelalterlichen Stadtmauern mit seinen gut erhaltenen Türmen angestrahlt werden. Auch die Hänge hinauf zum Toompea mit seinen Regierungsgebäuden soll in das Konzept eingeschlossen werden.

Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt, Kalle Klandorf, wird von BBC zitiert: „Wir wollen einen nächtlichen Blick auf das alte Tallinn erschaffen, der lange in Erinnerung bleibt und als neue Visitenkarte für unsere Stadt dient.“

Tallinns Stadtmauer allein umfasst 27 mittelalterliche Türme, die den Wirren der Geschichte, Kriegen und Bränden Stand gehalten haben. Um diese und die auf dem Weg zum Toompea-Hügel liegenden Sehenswürdigkeiten ins rechte Licht zu rücken, müssen die Bewerber auch einen qualifizierten Lichtdesigner in ihren Teams vorweisen können. Dass Arbeitsproben von bereits bewerkstelligten Lichtkonzepten mit der Bewerbung vorzulegen sind, ist somit nicht verwunderlich.

Am 11. September wird bekanntgegeben, welche drei Bewerbungen es in die Endrunde geschafft haben. Die verbleibenden drei Teams können sich dann bereits als Gewinner fühlen. Denn nicht nur der Erstplatzierte wird mit 8.000€ Prämie entlohnt. Für den zweiten Platz werden noch 7.000€ und für den dritten auf der Shortlist 6.000€ ausgelobt.

Für den Tourismus wird das neue Illuminationskonzept sicherlich lohnend sein. Man stelle sich nur die ganzen Instagrambilder vor, die jedes für sich eine Werbebotschaft für die ehemals Reval genannte Stadt sein werden.

Wir sind schon sehr gespannt auf die Finalisten und wie sie Vana Tallinn und die Augen seiner Betrachter zum Leuchten bringen wollen.

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